Kamine, Öfen und Kaminofen & die Umwelt

Der Kaminofen – Umweltfreundlich oder umweltschädlich?

Immer wieder hört man Aussagen wie „umweltfreundlich heizen“ und „CO² -neutral“ in Verbindung mit Kaminöfen. Holz, das Hauptbrennmaterial für den Kaminofen, zählt zu den erneuerbaren Energieträgern, so viel wissen wir schon einmal. Auf der anderen Seite wird aber auch immer von CO²- und Feinstaubemissionen gesprochen, und die sind alles andere als gut für die Umwelt. Was bedeutet das konkret für uns, wenn wir nicht auf unsere geliebte Wärmequelle verzichten wollen? Ist ein Kaminofen jetzt umweltfreundlich oder umweltschädlich? Und wie heizt man wirklich richtig?

In diesem Artikel klären wir darüber auf, wie der Kaminofen im Umweltdiskurs einzuordnen ist und welcher Kaminofen auf welche Art und Weise am umweltfreundlichsten heizt.

Was sind erneuerbare Energien?

Erneuerbare oder aber auch regenerative Energien sind, wie der Name es schon sagt, regenerierbar. Sie gehen also nicht aus und stehen theoretisch unerschöpflich zur Verfügung, ganz anders als fossile Brennstoffe. Bis diese entstanden sind, hat es Millionen von Jahre gebraucht. Wenn wir Menschen diesen vorhandenen Vorrat innerhalb eines kurzen Zeitraums wiederum aufbrauchen, wird es wieder die gleiche lange Zeit andauern, bis sie erneut zu unserer Verfügung stehen.

Aus diesem Grund sind erneuerbare Energien unsere Zukunft. Wenn wir so viel Energie brauchen, dann benötigen wir auch einen Vorrat, der sich schnell wieder füllen lässt oder aber sich gar nicht erst lehrt. Fossile Brennstoffe wie Braunkohle, Erdgas und Erdöl gehen zur Neige. Deshalb müssen wir auf regenerative Energien umsteigen. Diesen Umstieg nennt man auch Energiewende. Im Jahr 2016 trugen die erneuerbaren Energiequellen bereits 29 % zur Bruttostromerzeugung bei.

Sonnen-, Wasserkraft, Erdwärme, Windenenergie und Bioenergie bzw. Biomasse sind in Anführungszeichen unbegrenzt vorhanden. Selbst wenn wir Wälder und Felder für Biomasse roden, sind wir in der Lage wieder neue anzulegen und in einem absehbaren Zeitraum wieder auf dem anfänglichen Stand zu sein.

Begrenzt sind die regenerativen Energien natürlich im Bezug auf ihre „Anwesenheit“. Die Sonne ist nicht 24/7 auf allen Teilen der Welt zu sehen, das Vorhandensein von Wind ist ebenfalls begrenzt auf bestimmte geographische Lagen. Daher macht es Sinn die verschiedenen erneuerbaren Energien an ihrem idealen geographischen Ort zu gewinnen.

Holz gehört zu den erneuerbaren Energieressourcen, da es sich um einen nachwachsenden Rohstoff handelt, der bei seiner Verbrennung Energie liefert. (Foto: valiunic / pixabay.com)

Wie umweltfreundlich ist die Holzverbrennung wirklich?

Ist Holz wirklich CO²-neutral und was bedeutet das genau?

Der Begriff „CO²-neutral“ wird immer in Zusammenhang mit der Klimaneutralität genannt. Konkret bedeutet dieser, dass z.B. eine Brennstoffverwendung die CO²-Konzentration unserer Atmosphäre nicht beeinflusst.

Wenn man von der Holzverbrennung oder spezifischer von der Verbrennung von Holzpellets redet fällt häufig das Wort „CO²-neutral“. Das klingt beim ersten Mal so, als würde, wenn man Holz verbrennt, überhaupt kein CO² entstehen. Dabei handelt es sich aber um einen Trugschluss. Vielmehr geht es bei diesem Begriff darum, dass bei der Verbrennung nicht mehr CO² abgegeben wird, als auch bei einem normalen Verrottungsprozess. Indem dann wieder genug neue Bäume gepflanzt werden (das gleiche gilt für das Anbauen von Biomasse zur Gewinnung von Biokraftstoffen), wird der Kreislauf weitergeführt, indem die neuen Bäume das CO² wieder aufnehmen, und das in möglichst kurzer Zeit. Bis die Bäume aber wieder nachgewachsen sind und das freigewordene CO² tatsächlich wieder vollständig aufgenommen wurde dauert es.

Unberührte Wälder hingegen können der Atmosphäre sogar CO² entziehen. Fruchtbare Böden sind in der Lage CO² langfristig zu binden. Sobald aber in das Ökosystem eines Waldes eingegriffen wird z.B. durch Abholzung kann sich dies ändern.

Immer wenn wir also „CO²-neutral“ in Verbindung mit Holz und Kaminöfen nennen, dann heißt das nicht, dass bei der Holzverbrennung kein CO² entsteht, sondern dass es in einem idealisierten Kreislauf nicht viel ausmacht, ob man Holz verbrennt oder es verrotten lässt. In der Theorie mag das vielleicht nett klingen, aber inwiefern das wirklich umsetzbar ist, ist fraglich.

Wie gravierend ist die Feinstaubemission?

Die Feinstaubemission ist ein großes Problem beim Verbrennungsprozess von Kaminöfen. Wir haben Millionen von Kaminöfen in Deutschland, und alle produzieren Feinstaub – manche mehr manche weniger.

Im Jahr 2001 war die Feinstaubemission so hoch, dass sie sogar die Feinstaubemission des Autoverkehrs von 22.700 Tonnen überstieg. Die Emission von Feinstaub durch Kaminöfen ist glücklicherweise heute nicht mehr so hoch. Dies verdanken wir strengeren Verordnungen wie der BImSchV, der Bundesimmissionsschutzverordnung. Die 1. Stufe dieser Verordnung trat am 22.03.2010 in Kraft, die zweite am 01.01.2015. Ältere Kaminofenmodelle, die die neuen Richtwerte nicht einhalten, werden Übergangsfristen zugeteilt. Diese liegen abhängig von der Typprüfung zwischen 2015 und 2025. Neue Kaminöfen müssen diese Werte auf jeden Fall einhalten. Die Richtwerte beziehen sich dabei aber nicht nur auf die maximale Feinstaubemission, sondern z.B. auch auf den CO²-Ausstoß.

Selbst wenn die Frist für deinen alten nicht emissionsgerechten Kaminofen noch nicht ausgelaufen ist, solltest du dringend darüber nachdenken, ob du deiner Umwelt die hohen Emissionen zumuten möchtest. Ob du deinen Kaminofen nachrüstest z.B. mit einem Feinstaubfilter oder dir direkt einen neuen kaufst, bleibt natürlich dir überlassen.

Wie aber kann überprüft werden, woher der Feinstaub wirklich kommt? – Im Holz ist die Kaliumkonzentration im Gegensatz zu Benzin, Heizöl und Gas sehr hoch. Ein hoher Kalium-Gehalt im Feinstaub verweist so also ganz klar auf unseren Kaminofen.

Fakt ist, die Emissionen des Kaminofens schaden nicht nur der Natur, sondern auch deinen Mitmenschen.

Wie gefährlich ist Feinstaub für die Gesundheit?

Der Feinstaub, der nicht nur von Holzfeuerungsanlagen, sondern auch aus dem Verkehr, der Industrie und der Landwirtschaft stammt, ist extrem gefährlich. Über 3 Millionen Menschen sterben jährlich an den Folgen.

Der Feinstaub wird über die Atemwege aufgenommen. Da er so klein ist, kann er nicht von unseren Nasenhärchen aus der Luft herausgefiltert werden. Allgemein gilt, je feinkörniger desto gefährlicher ist der Feinstaub auch. Der Feinstaub dringt dann bis in unsere Lungenbläschen vor und gelangt von da aus in unseren Blutkreislauf.

Er verursacht Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauferkrankungen und ist krebserregend. Bei den Atemwegserkrankungen handelt es sich z.B. um eine vorübergehende Beeinträchtigung der Atemwege. Bei chronischen Erkrankungen wie Asthma kann es wiederum zu einer Verschlimmerung des Zustands führen. Betroffene müssen dann z.B. stärkere Medikamente nehmen.

Nicht nur die Industrie sorgt für Feinstaub in unserer Luft. Auch Kaminöfen tragen zu der Feinstaubverschmutzung bei. Diese ist sehr gefährlich und führt jährlich zu Millionen von Toten. (Foto: nikolabelopitov / pixabay)

Wie heizt du besonders umweltfreundlich mit deinem Kaminofen?

Welche Kaminofenart heizt am umweltfreundlichsten?

Wenn dir die Umweltfreundlichkeit deines Kaminofens besonders wichtig ist, solltest du zu einem Pelletofen greifen. Klassische Kaminöfen und Dauerbrandöfen können in diesem Punkt nicht mithalten. Bei den Pellets handelt es sich wiederum um kleine Presslinge, die aus den Abfällen der Holzindustrie hergestellt werden.

Der Pelletofen wird mit Holzpellets befeuert, was nur zu sehr geringen Emissionen führt. Mit einem hohen Wirkungsgrad heizt er besonders effizient und besitzt normalerweise einen Wirkungsgrad von 90 %. Dieser steht für eine besonders saubere Verbrennung.

Für die Presslinge müssen außerdem auch keine zusätzlichen Bäume abgeholzt werden, da sie aus Holzabfällen hergestellt werden. Eine extrem hohe Nachfrage durch einen Pelletboom könnte in Zukunft eventuell aber auch dafür sorgen, dass die Abfälle nicht mehr ausreichen, sodass weiteres Holz benötigt wird. Zur Zeit ist dies aber glücklicherweise noch nicht der Fall, und so punktet der Pelletofen auch in diesem Teil.

Worauf musst du achten, damit die Emissionen nicht höher sind als nötig?

Unabhängig von deinem Kaminofen, kann auch vor allem die Art, wie du deinen Kaminofen beheizt, dafür entscheidend sein, wie hoch deine Emissionen sind. Deshalb solltest du unbedingt darauf achten, dass du in diesem Punkt alles richtig machst.

Zum einen ist es wichtig, dass das Holz vor dem Verbrennen auch wirklich trocken ist. Damit das Holz sauber verbrannt wird, muss das Feuer eine bestimmte Temperatur erreichen. Bei einer zu hohen Restfeuchte passiert dies nicht. Sehr viel Energie wird für die Verdampfung des Wassers aufgewendet, sodass schlussendlich nicht mehr genug davon für ein heißes Feuer vorhanden ist.

Die Trocknungsdauer fällt abhängig von der Holzart und deren Rohdichte unterschiedlich aus. Daher ist es wichtig, sich vorher darüber zu erkundigen. Die benötigte Trocknungsdauer für Laubholz z.B. liegt in etwa bei zwei Jahren. Erst dann liegt die Restfeuchte bei 15-20 % und erfüllt somit den Maximalwert von 20 %.

Zum anderen ist es wichtig, dass dem Feuer genug Luft zugeführt wird, vor allem beim Anzünden.

Inwiefern kann man einen Kaminofen als Zentralheizung mit anderen regenerativen Energiequellen kombinieren?

In einem Niedrigenergiehaus kann die Zentralheizung durch einen wasserführenden Kaminofen nahezu ersetzt werden. Etwas anders sieht es bei einem etwas älteren Haus aus, dort wirkt er eher als Ergänzung zur eigentlichen Zentralheizung. Wenn ein wasserführender Kaminofen alleine für die Wohnraumbeheizung und für Warmwasser sorgt, kann eine Kombination mit einer Solarthermieanlage sehr nützlich sein.

Mithilfe deiner Zentralheizung kannst du einerseits deine Räume beheizen, sie ist aber auf der anderen Seite auch für das Warmwasser in deinem Haus verantwortlich. Was aber macht man z.B. im Sommer, wenn man warmes Wasser benötigt, aber den Aufstellraum bei hohen Temperaturen nicht aufheizen möchte. Durch die Ergänzung von einer Solarthermieanlage stellt dies kein Problem dar. Diese Art von Solaranlage nutzt Sonnenwärme zur Trinkwassererwärmung und sorgt so für genügend Warmwasser zum Duschen oder für die Spülmaschine. Der Kaminofen kann in den warmen Monaten aus bleiben und wir können der Umwelt zuliebe sogar nur mit einer regenerativen Energiequelle auskommen, die weder CO², noch Feinstaub produziert.

Zusammengefasst: Es lohnt sich bei einem neuen Kaminofenkauf auf die spezifischen Emissionen zu achten

Die heutigen Kaminofenmodelle sind durch neue Vorlagen deutlich umweltfreundlicher geworden. Der erneuerbare Energieträger Holz ist außerdem deutlich den fossilen Brennstoffen wie z.B. Gas oder Öl vorzuziehen.

Anders als z.B. Windenergie hat die erneuerbare Energiequelle Holz durchaus auch einen negativen Einfluss auf die Umwelt. Durch die Bundesimmissionsschutzverordnung unter anderem wurde das Problem allerdings sehr eingedämmt.

Kaminöfen, die die darin enthaltenen Vorgaben nicht einhalten, sollten so schnell wie möglich aus dem Verkehr gezogen oder umgerüstet werden. Allgemein gilt, es kann nicht schaden, wenn du beim Kauf auf die Umweltfreundlichkeit deines Kaminofen achtest. Und wenn du bereit bist das nötige Geld zu investieren und dir die restlichen Punkte auch zusagen, dann sollte nichts gegen einen Pelletofen mit seinen niedrigen Emissionen sprechen.

Die Möglichkeit, den wasserführenden Kaminofen mit einer Solarthermieanlage zu verbinden, verschafft dir die nötige Flexibilität und zeigt dir, dass wir nicht auf fossile Rohstoffe angewiesen sind, um für eine beheizte Wohnsitutation zu sorgen.

Und achte immer darauf, die Art und Weise, wie du einen Kaminofen betreibst, hat einen enormen Einfluss auf das umweltfreundliche Heizen.

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